Archive for Februar, 2015

Scope 2 – neues Guidance-Dokument erschienen vom GHG Protocol zur Erfassung von Emissionen aus emissionsarmen Energiequellen

Ca. 40 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen stammen aus der Energieerzeugung. Rund die Hälfte dieser Energie wird in der Industrie verbraucht. Um die mit dem Bezug von Elektrizität, Dampf, Hitze und Kühlung verbundenen Scope 2 Emissionen korrekt zu erfassen, hat das GHG Protocol am 20. Januar 2015 ein neues Guidance-Dokument veröffentlicht. Dieses zeigt Anforderungen an die Erfassung und Berichterstattung auf, Qualitätskriterien für Marktinstrumente zur Scope 2 Dokumentation und gibt weitere Empfehlungen zur Berichterstattung.

Unterschieden wird zwischen zwei Methoden zur Erfassung der Scope 2 Emissionen:

• Die „location-based method“ quantifiziert THG-Emissionen basierend auf durchschnittlichen Emissionsfaktoren für eine bestimmte geografische Region sowie den Aktivitätsdaten (z.B. Energiebezug in MwH).

• Die „market-based method“ quantifiziert THG-Emissionen basierend auf den tatsächlich entstehenden Emissionen eines Energieerzeugers, von denen das berichtende Unternehmen Energie bezieht, entweder kombiniert mit oder ausschließlich über Vertragsinstrumente (z.B. RECs – Renewable Energy Certificates)

Die location-based method bietet sich vor allem für die Erfassung der aggregierten THG-Performance bestimmter Sektoren an, oder für die mit einem bestimmten Energienetz/Standort verbundenen Risiken.

Die market-based method ermöglicht es Unternehmen, ihre individuellen Emissionen entsprechend der vertraglichen Vereinbarungen und Energiebezüge darzustellen sowie damit verbundene Risiken und Chancen zu evaluieren.

Drei neue Elemente werden eingeführt:

• Dual Reporting: Unternehmen, die in Regionen operieren, wo Vertragsinstrumente verfügbar sind, sollen entsprechend beider Methoden berichten.

• Qualitätskriterien: Für Vertragsinstrumente werden bestimmte Dokumentationskriterien gefordert, um die Verlässlichkeit der Daten zu gewährleisten.

• Zusätzliche Empfehlungen: Bestimmte weitere Informationen sollen in die Berichterstattung aufgenommen werden, um Differenzen zwischen Märkten abzubilden (z.B. zu Kraftwerk, Art des Vertragsinstruments, Subventionen).

Vorteile der neuen Methodik sind eine verbesserte Transparenz und Vergleichbarkeit zwischen Scope 2 Emissionen aus verschiedenen Energiebezügen, für unterschiedliche Unternehmen und Sektoren sowie die Möglichkeit, Reduktionsziele genauer zu bestimmen.

Die Pressemitteilung des GHG Protocol finden Sie hier.

Erfolgreicher Klimareporting.de Themen-Workshop in Frankfurt am Main

Am 29. Januar 2015 fand in Frankfurt am Main der erste Klimareporting.de Themen-Workshop in der neuen Team-Zusammensetzung unter dem Titel „Klimareporting – nationale und internationale Anforderungen sowie Chancen für Ihr Unternehmen“ statt.

Die Teilnehmer reichten vom kleinen Mittelständler bis zum DAX-Unternehmen, vom Farbenhersteller bis zum Großinvestor. Es entfachte sich eine lebendige Diskussion um nicht-finanzielle Berichterstattung, aktuelle Entwicklungen auf politischer und inhaltlicher Ebene sowie praktische Fragen des Aufbaus von Strukturen für Steuerung und Reporting von Emissionen.

Hauptthemen des Workshops waren:

– die Frage, warum die unternehmerische Berichterstattung von Emissionen und die Entwicklung von Klimastrategien an Bedeutung gewinnt und welche Unterstützung das Projekt Klimareporting.de Unternehmen bietet.

– die vom Europäischen Rat im September 2014 beschlossene EU-Direktive 2014/95 zu nicht-finanzieller Berichterstattung, die in Deutschland bis Ende 2016 im nationalen Recht verankert wird.

– neue Entwicklungen im Bereich unternehmerische Klimaberichterstattung, mit Vertiefungen insbesondere zu den Themen Lieferkettenemissionen und Klimazielsetzung in Einklang mit der Klimawissenschaft sowie zur Diskussion um die „Carbon Bubble“.

– praktische Einblicke und Empfehlungen von Unternehmen in das Management von Treibhausgasemissionen und Anforderungen an ein modernes Lieferkettenmanagement.

Die Agenda finden Sie hier. Wenn Sie als Teilnehmer Feedback geben oder Interesse an unseren Angeboten äußern möchten, klicken Sie bitte hier.

Bei Fragen kontaktieren Sie uns immer gerne über info@klimareporting.de.