Leitfaden

Der Leitfaden "Vom Emissionsbericht zur Klimastrategie"

Der Klimawandel verändert das Geschäftsumfeld von Unternehmen. Die Folge sind neue Abhängigkeiten, aber auch Differenzierungsmöglichkeiten am Markt. Bislang fehlten leicht zugängliche, einheitliche und unterstützende Grundlagen bei der Entwicklung von Emissionsberichten und Klimastrategien in Deutschland. Bei vielen Fragen blieben die Umsetzenden in Unternehmen sich selbst überlassen:

Welche Folgen hat der Klimawandel für das eigene Geschäftsmodell? Welches sind die Kernelemente von Klimastrategien? Welche Daten und Informationen sind aussagekräftig – und wie kommuniziert man die? Was gilt es zu steuern und was eher nicht? Wie erreicht man Reduktionsziele?

Hier setzt der vorliegende Leitfaden an. Unabhängig von Branche, Unternehmensgröße und Erfahrungswerten unterstützt er Firmen beim Aufbau und bei der Durchführung eines Klimastrategieberichtswesens. Er leistet dabei vom Anspruch her „Hilfe zur  Selbsthilfe“ und begleitende Anleitung.

Grundprinzipien des Leitfadens

Deutschsprachig
Nahezu alle existierenden Dokumente, Standards und Hilfsmittel zum Thema Klimareporting sind in englischer Sprache verfasst. Der Leitfaden ist das erste deutschsprachige Dokument seiner Art und erleichtert somit den Einstieg in das Klimareporting.

Fokus auf Materialität und Wesentlichkeit
Der rote Faden des Leitfadens orientiert sich an Fragen der Materialität: Wo liegen die zentralen Emissionen entlang der Wertschöpfungskette? Sind die Folgen des Klimawandels für das Geschäftsmodell meines Unternehmens materiell und somit wesentlich? Welche Chancen eröffnen sich und wo bestehen Risiken für die Zukunftsfähigkeit meiner Unternehmung? Wo sollte mein Unternehmen Maßnahmen zur Reduktion oder Vermeidung welcher Emissionen einleiten? 

Modularer Aufbau
Vom modularen Aufbau des Leitfadens profitieren nahezu alle Unternehmen – unabhängig von Größe, Branche und Erfahrungswerten. Der Leitfaden gibt sowohl Hilfestellungen für den Einstieg, als auch Empfehlungen für die Übersetzung von „Klimadaten“ im Rahmen von Emissionsvermeidungs- und Steuerungsmaßnahmen.

In der Praxis getestet
Der Praxisbezug und die inhaltliche Qualität des Leitfadens wurden in einer mehrmonatigen Testphase mit Unternehmen aus unterschiedlichen Sektoren sowie durch Konsultationsprozesse mit Wirtschaftsakteuren, Investoren, Dienstleistern und zivilgesellschaftlichen Organisationen sichergestellt.

Verstehen, Messen, Berichten, Steuern: Schritt für Schritt zur Klimastrategie

Entlang von fünf Schritten begleitet der Leitfaden Sie auf dem Weg zur Klimastrategie
  • WARUM ALS UNTERNEHMEN ÜBER KLIMASTRATEGIEN BERICHTEN?

    Unternehmen sehen sich weltweit im Zuge der unvermindert ansteigenden THG-Emissionen einerseits mit den Auswirkungen des Klimawandels konfrontiert. Andererseits nehmen die regulatorischen Eingriffe mit Blick auf THG-Emissionen oder Energieverbräuche zu. Da Wertschöpfungsketten zunehmend verflechten, gilt das auch für Unternehmen, die (noch) nicht direkt von physischen Effekten oder regulatorischen Pflichten betroffen sind. Deutsche Unternehmen, die die Zusammenhänge der eigenen Geschäftstätigkeit mit dem Klimawandel und seiner Bekämpfung beleuchten und zukünftige Chancen und Risiken abwägen, werden sich angesichts neuer Marktanforderungen auch global strategisch positionieren können.

    In diesem ersten Schritt sollte ein Unternehmen verstehen, warum Treibhausgasemissionen (THG) und sich aus ihnen ergebene Zusammenhänge das Geschäftsumfeld von Unternehmen verändern, und warum die Berichterstattung über THG-Emissionen und Klimastrategien ein geeignetes Instrument ist, den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen.

  • WESENTLICHE EMISSIONSQUELLEN IDENTIFIZIEREN

    Basis allen Handelns im Zusammenhang mit dem Klimawandel ist es, die geschäftliche Bedeutung von THG-Emissionen zu erkennen. Je weiter sich das Thema Treibhausgase von der bloßen Offenlegung im Sinne eines CO2-Fußabdrucks (engl.: Carbon Footprint) hin zu einer Steuerung und Verankerung im Kerngeschäft entwickelt, desto stärker treten einzubindende Akteure, Prozesse und benötigte Daten in den Vordergrund. Dies sind die »grundlegenden Bausteine« auf dem Weg zum Klimabericht.

    Dieser Schritt behandelt die Grundlagen für eine aussagekräftige Berichterstattung der Klimastrategie und THG-Emissionen: die Auswahl von Inhalten. Zunächst erfassen Unternehmen ihre THG-Schwerpunkte und die für sie relevanten Emissionszusammenhänge und -quellen. Diese werden in einem nächsten Schritt nach internen und externen Anforderungen bewertet und priorisiert.

    Die gewonnenen Erkenntnisse dienen in Verbindung mit den in Schritt 1 identifizierten, klimainduzierten Risiken und Chancen als Grundlage für die Definition der Inhalte einer Berichterstattung.

  • INFORMATIONEN ERHEBEN UND AUFBEREITEN

    Berechnungsmethoden und Aufwand der Datenerhebung sind eng miteinander verknüpft. Um ein sinnvolles Verhältnis von Aufwand und Nutzen zu realisieren, sollte daher die Methode entsprechend dem Zweck der Klimaberichterstattung gewählt werden. Daneben können gerade bei indirekten THG-Emissionen weitere, nicht THG-bezogene Informationen sinnvoll für die Interpretation der Daten sein.

  • KLIMABERICHTE KOMMUNIZIEREN

    Erkenntnisse und Informationen können erst dann ihre Wirkung entfalten, wenn sie greifbar und damit steuerbar werden. Eine interne adressatenbezogene Aufbereitung verankert die Wesentlichkeit von THG-Emissionen im eigenen Geschäftsmodell und deckt so Chancen und Risiken auf.

    Gleichzeitig gilt es, dem Informationsbedarf externer Stakeholder gerecht zu werden und ein ganzheitliches Bild der Klimastrategie des Unternehmens nach außen zu tragen.

  • POTENZIALE ERREICHEN UND ZIELE SETZEN

    Sobald Informationen über Daten und Strukturen vorliegen, gilt es diese in Ziele und Minderungsmaßnahmen zu übertragen. Dabei berücksichtigen Unternehmen sowohl die Wesentlichkeit der THG-Emissionsquellen, als auch deren Bedeutung für das Geschäftsmodell, mögliche damit verbundene Chancen und Risiken sowie wichtige Stakeholder.

    Viele der bereits in den vorangegangen Schritten behandelten Themen werden hier erneut - diesmal aber mit einem zukunftsgerichteten Blickwinkel - aufgegriffen.

Erfahrungsberichte

Unternehmen, die mit unserem Leitfaden arbeiten und/oder andere Projektangebote genutzt haben, haben die Möglichkeit Ihre Erfahrungen mit anderen zu teilen. Folgende Unternehmen haben bereits einen Erfahrungsbericht geschrieben:

Simon Hegele

Sektor Logistik

Sitz

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“Die Studie und Anwendung des Leitfadens hat uns weitere Erkenntnisse aufgezeigt, die es ermöglichen, die Simon Hegele GmbH von der reinen Ermittlung von Verbrauchsdaten, hin zu einer aussagekräftigen Klimastrategie zu entwickeln. Der Weg dazu ist aufgezeigt!”

Konrad Martin, Abteilungsleiter EHSQ, Methoden und Standards

Download Leitfaden, Linkage Tabelle und Musterbericht

Leitfaden

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Der Leitfaden "Vom Emissionsbericht zur Klimastrategie" (Auflage November 2016)

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Linkage Tabelle

Linkage Tabelle

Abdeckung der Elemente eines Klimareportings im Leitfaden „Vom Emissionsbericht zur Klimastrategie" sowie in etablierten Berichtsstandards (Oktober 2016)

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Das Vorlagenheft zum Leitfaden

Das Vorlagenheft zum Leitfaden

Dieser exemplarische "Klimabericht" greift die im Leitfaden „Vom Emissionsbericht zur Klimastrategie“ dargestellten Prinzipien eines einheitlichen Emissions- und Klimastrategie-berichtswesens auf und führt diese in komprimierter Form zusammen. Die grund-legenden Anforderungen an eine interne und externe Kommunikation sind in Kapitel 4 des Leitfadens benannt. (November 2016)

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