Unternehmerisches Klimamanagement entlang der Wertschöpfungskette – eine Sammlung guter Praxis

Unternehmerisches Klimamanagement entlang der Wertschöpfungskette – eine Sammlung guter Praxis

Bei der Erreichung der nationalen und internationalen Klimaziele kommt der Wirtschaft eine Schlüsselrolle zu. Der Klimawandel und das gesellschaftliche Bestreben ihn zu begrenzen bringen neben den Veränderungen von politischen Rahmenbedingungen auch Veränderungen des Marktumfelds und des Verbraucherverhaltens mit sich. Oft treffen diese Auswirkungen das Unternehmen nicht direkt, sondern über die vor- und nachgelagerte Wertschöpfungskette. Vor diesem Hintergrund reicht es für Unternehmen längst nicht mehr aus, sich auf die „einfachen“ Maßnahmen wie Energieeinsparungen mit kurzen Amortisationszeiten am Standort zu beschränken.

Vielmehr rücken auch die Emissionen aus vor- und nachgelagerten Aktivitäten zunehmend in den Fokus. Das Greenhouse Gas Protocol als der am weitesten verbreitete Methodenstandard im Bereich der unternehmerischen THG-Bilanzierung unterscheidet zwischen 15 Kategorien von unternehmerischen Emissionsquellen in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette (sogenannte Scope 3 Emissionen), die von Unternehmen erfasst und – wenn relevant – aktiv gesteuert werden sollten.

Mit der Veröffentlichung einer Sammlung von Beispielen guter Praxis für das unternehmerische Klimamanagement entlang der Wertschöpfungskette unterstützen WWF Deutschland und CDP Unternehmen beim Erfassen und der aktiven Reduktion ihrer Scope 3 Emissionen. Die Publikation wurde in Zusammenarbeit mit Ecofys erarbeitet, das Deutsche Global Compact Netzwerk unterstützt als Netzwerkpartner insbesondere die Verbreitung der Publikation.

In der Publikation stellen Frosta, PUMA, DB Schenker, Telefónica Deutschland & AfB, VAUDE, Trane Klima- und Kältetechnisches Büro, Deutsche Telekom, Tetra Pak, Mc Donald’s Deutschland, die ASN Bank sowie die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt jeweils Ansätze zur Steuerung bestimmter Emissionsquellen aus vor- und nachgelagerten Unternehmensaktivitäten vor. Gesammelt wurden die Beispiele in einem breit beworbenen Wettbewerb, um jedem Unternehmen die Möglichkeit zur Einreichung eines Lösungsansatzes zu geben.

Neben den Case Studies aus Unternehmen beinhaltet die Publikation Argumente für ein proaktives unternehmerisches Klimamanagement, eine Definition und Abgrenzung der 15 Scope 3 Emissionsquellen des GHG Protocols und spricht eine Reihe von Handlungsempfehlungen aus, die Unternehmen beim Erfassen, Steuern und Berichten von Scope 3 Emissionen unterstützen sollen.

Direkte und indirekte Emissionen: Scope 1,2,3 nach dem Greenhouse Gas Protocol

Quelle: Eigene Darstellung gemäß GHG Protocol

"Unternehmen sollten umfassend Verantwortung für die von ihnen verursachten Treibhausgasemissionen entlang der Wertschöpfungskette übernehmen. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der enormen globalen Herausforderung Klimawandel und bereiten sich zudem auf zukünftige Entwicklungen und Anforderungen vor."

Christoph Heinrich
Vorstand Naturschutz, WWF Deutschland

"Obwohl in vielen Branchen die indirekten Emissionen der Geschäftstätigkeit ein Vielfaches der direkten Emissionen ausmachen, fällt es selbst führenden Unternehmen noch schwer, sich ein vollständiges Bild zu verschaffen. Die vorliegende Good Practice Sammlung zeigt, dass Scope 3 Berichterstattung und ambitionierte Zielsetzung dennoch machbar sind, für jede Quelle, und sich auszahlen. Das sind gute Nachrichten für das Weltklima."

Susan Dreyer
Director DACH Region, CDP

Ausgewählte Handlungsempfehlungen:

Verstehen

  • Eine Wesentlichkeits- bzw. Hotspotanalyse ist die Grundlage für die Auswahl und Priorisierung steuerungsrelevanter Emissionsquellen und hilft bei der frühzeitigen Identifizierung von Risiken und Chancen
     

Messen

  • Eine enge Orientierung am weit verbreiteten GHG Protocol „Corporate Value Chain (Scope 3) Reporting and Accounting Standard“ (2011) sowie dem Zusatzdokument „Technical Guidance for Calculating Scope 3 Emissions“ (2013) ist für die Vergleichbarkeit und Aussagekraft von unternehmerischen Emissionsbilanzen und eine saubere Abgrenzung unterschiedlicher vor- und nachgelagerter Emissionsquellen sehr zu empfehlen.
     

Berichten

  • Relevante Scope 3 Emissionsquellen sollten in das Klimareporting zu Emissionsdaten, Zielen, Zielerreichungsstatus, Risiken und Chancen sowie Strategie und Managementansatz einbezogen werden.
     

Steuern

  • Bei der Steuerung von unternehmerischen Scope 3 Emissionen ist die Zusammenarbeit mit Lieferanten, Geschäftspartnern, Kunden, Verbrauchern sowie den eigenen Mitarbeitern ein zentrales Erfolgskriterium
     

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Gute-Praxis-Sammlung Klimamanagement

Gesamtpublikation

Gute-Praxis-Sammlung Klimamanagement

Gesamtdokument der Publikation "Unternehmerisches Klimamanagement entlang der Wertschöpfungskette - eine Sammlung guter Praxis" (2016)

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Die 15 Scope 3 Kategorien nach dem GHG Protocol

Arbeitshilfe

Die 15 Scope 3 Kategorien nach dem GHG Protocol

Dieser Zweiseiter bietet eine Definition und Abgrenzung der 15 Scope 3 Kategorien nach dem GHG Protocol

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